Kultur macht Schule!

Besuch an der Richtsberg-Gesamtschule in Marburg

Als wichtige Kulturschulreferenz für unseren Studiengang, sind wir eingeladen die Gesamtschule von Marburgs Problemviertel – am Richtsberg zu besuchen. Von aussen noch spürbar, suche ich den Eingang in einen wenig schönen, graffitylastigen 70er Jahre Zweckbau und ahne schon, dass hier mal das „Enfant Teribble” der Bildungsbürger im pittoresken Städchen Marburg zu finden war. Schon auf dem Weg zur Einführung nehme ich unterschiedliches wahr, das mich neugierig macht. Von der feinen Handarbeit einer polnischen Künstlerin in einer Glasvitrine, bis zur liebevoll aufgeklebten Portraitwand mit allen „Bewohnern” der Schule und einfach richtig guter lebendiger Kunst. Ein Elternwohnzimmer – mit Arbeiten der Kinder – geht es mir durch den Kopf. Mit der Einführung durch den Leiter der Schule wird mir klar, das hier nicht nur einiges anders gemacht wird, sondern das hier erstmal einiges vollständig verstanden wurde – vor allem – das wir mit dem Druck der auf unserer Gesellschaft ruht, eine Veränderung der Schule einhergehen muß.

Schon unser junges Scout-Team macht klar, das hier Integration und Inklusion längst passiert sind. Die selbstbewusste Dunkelhaarige mit Migrationshintergrund und das blonde Mädchen mit Trisomie 21 zeigen uns stolz und glaubwürdig was Sache an Ihrer Schule ist und eins ist klar: Die Mädchen sind stolz auf ihre Schule und froh, hier sein zu dürfen.

Integrität und Respekt statt Leistungsdruck

Egal wo wir hingehen spüren wir Integretät, Gruppenarbeit und vor allem auch die Anwesenheit der Kinder. Beeindruckt bin ich auch von einer Kunstarbeit die die Flüchtlingskinder nochmal stärker verortet. Hier hängen – fast ein bischen sakral, mitten im Kunst-Raum Tafeln mit deren Namen, über den – gezeichneten – Portraits an den Wänden die Fluchtwege. Staunend sehe ich hier Schülergruppen mit „Leittier”, wie dem „Chef” des Tonstudios, der hier selbstverwaltet Veranstaltungen plant, und mir 🙂 – tatsächlich – seine Visitenkarte überreicht! Viel selbstorganisierter Raum für Gestaltung, Musik und Veranstaltungen insgesamt. Überhaupt sehe ich fast nur Schülergruppen – die was miteinander machen – ein cooler Mix der Nationen.
Und was mich am aller glücklichsten macht ist: ich sehe einfach kaum Handys – eigentlich gar keine Handys. Wie haben die das gemacht ? Solche Ergebnisse sind kein Zufall, sondern ein langer Weg, dem Mut eines Schulleiters Dinge zu verändern und dem Engagement der Lehrer zu verdanken ist – die hier garantiert über eigene Grenzen hinaus Leistungen erbringen.

So haben Schüler aus Problemfamilien hier die Möglichkeit früher zu kommen und länger zu bleiben. Die Verwaltung reagiert in kleineren Gruppen wie „dem Rat der Weisen” auf anstehende Probleme, statt in Gesamtkonferenzen wichtige Anliegen zu Staub zu terminieren. Diese Exkursion hat mir Mut gemacht und gezeigt, das Lehrer und Schulen auch anders können !

Infos und Kontakt über:
http://www.richtsbergschule.de/

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Bloggen auf WordPress.com.

Nach oben ↑

%d Bloggern gefällt das: