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Lernort Vulkan Netzwerk backen am 7. Oktober 2017

Mit einem traditionellen, gemeinsamen backen im Backhaus und einer Präsentation,
möchte ich einem kleinen Netzwerk aus kulturell und kommunal aktiven Menschen aus dem städtischen und dem ländlichen Raum in Feldatal backen, um ein Konzept und die Möglichkeiten die sich dem Vogelsberg und dem Ballungsraum bieten aufzuzeigen.

Der Einfluss den die kulturelle Bildung auf die Entwicklung der Gesellschaft, der Demokratie und der Ökonomie hat, haben sehr vielen Menschen – besonders im ländlichen Raum – nicht vor Augen. Auch nicht, wo und wie Kulturnetzwerke wirken, das sie real und greifbar Arbeitsplätze in die Regionen bringen und die Infrastruktur stabilisieren.

So auch, das die Kulturwirtschaft Regionen wie das Ruhrgebiet erhält und vielen strukturschwachen Regionen in Europa Möglichkeiten erschließt, oder dass die Kulturwirtschaft mit Ihrem Bruttoerwerb selbst Arbeitspätze schafft und schon jetzt vor der chemischen Industrie und der Energiewirtschaft liegt.

Das Netzwerkportal/der Blog „vulkanisch-lernen” soll die Region Vogelsberg als nahegelegenen Natur-Lernort bei Schulen, Multiplikatoren und Netzwerken im Ballungsraum bekannt machen. Kooperationen und Möglichkeiten zeigen und dokumentieren.

Als einer der wichtigsten Wasserversorger von Frankfurt, dem dunkelsten Nachtraum zur Himmelsbeobachtung und landwirtschaftlich geprägtem Kulturraum, sowie vielen interessanten Destinationen wie dem Geopark, der Sternwarte, oder dem Vulkaneum, bietet die Region nicht nur einen hohen Lebensstandard, sondern ideale Möglichkeiten und Ziele für ein „lernen von und mit der Natur” und gleichzeitig einen riesigen Bewegungs- und Erfahrungsraum.

Präsentation und Kaffeetrinken
am 7. Oktober ab 16.00
Steinbergweg, Blockhütte am Grillplatz
36325 Windhausen

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„Sich in den Dienst der Natur stellen statt sich selbst zu produzieren”

Unterrichtsvorbereitung und ein Vormittag
im Gartenbau an der Walldorfschule in Dietzenbach

„Das wichtigste für mich, ist das Gefühl dass ich die Kinder liebe und wir eine gute
Zeit zusammen haben. Ansonsten sind die meisten Dinge die ich mit den Kindern mache,
Dinge ich früher mit meinen Eltern, oder Großeltern gemacht habe.
Während wir heute in der Schule beinahe schon eine Choreografie fürs Kartoffelschälen
vorbereiten, war das früher ja zuhause noch Alltag. Und das ist einfach ein Indiz dafür, das diese Sachen bei vielen Kindern im Alltag einfach gar nicht mehr stattfinden und dadurch natürlich unter Umständen auch wichtige motorische Fähigkeiten und Bezüge auf der Strecke bleiben.”

Traudl Simon Kutscher arbeitet an 2 Tagen die Woche mit den Kindern der Walldorfschule im Garten und achtet bei den Arbeiten darauf, das die Aufgaben altersentsprechend angelegt sind. „Gerade wenn die Kids in die Pupertät kommen ist es manchmal so hilfreich mal ein Beet umzugraben und daran einfach eine konkret ausführbare Aufgabe zu bewältigen – am Besten man macht auch eine konkrete Größenvorgabe – wenns hinterher mehr ist, sind die Kinder einfach stolz auf dass, was sie geleistet haben.„Sich in den Dienst der Natur stellen, statt sich selbst zu produzieren”, also die Arbeiten übers Jahr zu verrichten die notwendig sind damit etwas gedeiht, mit allem was nötig ist, um den Wuchs zu fördern und die Ernte rechtzeitig einzubringen. Ums Ganze – ums Große geht es hier. Weiterlesen „„Sich in den Dienst der Natur stellen statt sich selbst zu produzieren”“

Schutzgemeinschaft Vogelsberg: Wegbereiter für eine umweltgerechte Wassergewinnung

Mit mehreren Preisen hat sich die „Schutzgemeinschaft Vogelsberg” mit der Vereinbarkeit von Grundwasserförderung und der Versorgung des Ballungsraumes eine Expertise geschaffen, die für den Leitbildprozess des Umweltministeriums und die Wasserversorgung in Hessen insgesamt von entscheidender Bedeutung ist.

Bereits seit 25 Jahren schützt die SGV den Vogelsberg mit der Methode der „Umweltschonenden Trinkwassergewinnung” erfolgreich vor den verheerenden Folgen der Überförderung. Seit Ende 2014 hat der Vogelsberg für dieses Förderverfahren keinen gesetzlichen Erlass mehr und bis Ende 2018 werden die Vorraussetzungen für die Wassergewinnung in Hessen neu verhandelt. Sehr viel Arbeit wird im Leitbildprozess gemeinnützig von dem Verein geleistet – in einer Sache die nicht nur erstes umweltpolitisches Interesse sein müßte, sondern auch weitaus mehr Unterstützung im Vogelsberg selbst benötigt.

Informationen über:
http://www.sgv-ev.de/

Kulturentwicklung ist ein Neudenken um das Erwartbare zu verändern

Mit 25 % Erwerbstätigen im Niedriglohnsegment, beinahe der Hälfte der Menschen, die trotz steigender Kosten weniger Geld als Mitte der 90er Jahre verdienen und der demografischen Entwicklung die wir statistisch ermitteln (Das sind in Nordhessen ein Bevölkerungsrückgang bis zu 27% bis 2025, insgesamt bis 2040 ca. 1 Rentner je Arbeitnehmer), ist das keine erfreuliche Zukunftsprognose.
Und wenn jeder 2. neue Arbeitsvertrag (Das berichtet „Die Zeit”) inzwischen befristet ist, ist unsere Wirtschaft alles andere als stabil. 
Schon jetzt ist mitten in unserem „reichen” Land jedes 5. Kind arm.

„Kulturentwicklung ist ein Neudenken um das Erwartbare zu verändern”. So oder ganz ähnlich hat Michael Wimmer von Educult aus Wien das auf der „Kulturforscher-Tagung” am Wochenende ausgedrückt. Und dass wir das Erwartbare umgestalten müssen – das müßte sich inzwischen auch jeder Finanzbeamter auf dem Bierdeckel ausrechnen können. Auch wenn wir – gerade – vor der Bundestagswahl da etwas anderes vorgerechnet bekommen.

Die Kulturbewegungen haben dafür gesorgt, dass wir Gewerkschaften, eine gute und gerechte Bildung, Demokratie und Wohlstand haben. Sie bieten keine Wunderheilung, aber geben den Menschen ein kulturelles Fundament, sowie Netzwerke und Kooperationen, die Infrastruktur und Volkswirtschaft stärken. Wer die Arbeit an diesen Zielen unwichtig findet, hat das Wesentliche aus den Augen verloren.

 

Der bessere Spielplatz: Freiheit und Grenzen, Mitgefühl und Geduld – in der Natur erfahren Kinder Dinge, die sie in keinem Kurs lernen können

„Lernen (…) hat weniger mit Wissensaneignung zu tun als mit Erfahrungen. Erfahrungen, die Kinder in der Natur machen können. Sie erfahren Freiheit, wenn sie laufen können, ohne auf den Verkehr zu achten und Grenzen, wenn sie an einem Fluss stehen bleiben müssen, weil den keiner für sie stoppen kann.
Die Natur lehrt die Kreativität, aus dem, was man findet, etwas zu bauen und Spiele selbst zu erfinden. Sie vermittelt Mitgefühl mit den Geschöpfen, die zu ihr gehören und das Bewusstsein, selbst ein Teil von ihr zu sein. Und sie lehrt Geduld, weil sie nicht nach unseren Regeln funktioniert.“

„Eine nachhaltige, zukunftsfähige Entwicklung unseres Landes hängt entscheidend von der Bildung seiner Menschen ab. Denn um die aktuellen Umweltprobleme zu lösen und unsere natürlichen Lebensgrundlagen zu sichern, sind wir auf die Ideen und das kreative Handeln Aller angewiesen. Von Kindheit an gilt es, entsprechende Talente, Potenziale und Gestaltungskompetenzen zu fördern und zu entwickeln.“

30 Kölner Stadt-Anzeiger/Magazin vom 7./8. September 2013 „“ von Jasmin Krsteski

Dunkel – Die Dokumenta 14

Obwohl ich selbst sehr politisch angelegt bin und das Dokumentakonzept mit Athen im Dialog inhaltlich wie ökonomisch unterstütze, war ich doch etwas geschockt von der Vielzahl der teilweise sehr ähnlichen und eher platt angelegten Umsetzungen und Installationen. Wie schade, das gerade hinter diesen lauten Arbeiten in Kassel, die wirklich guten Sachen im Gesamteindruck zurückbleiben.
Auch wenn ich höre, das die Kunstvermittler ganze 6 x 3 Tage ? als Chorus gebrieft wurden (was dem antiken Theater entliehen ist) und sich nicht entlang der tatsächlichen Inhalte vorbereiten konnten, weil die Werke großteils noch nicht da, oder noch nicht beschrieben waren, entsteht für mich eher der Eindruck das die Größe der konzeptionellen Idee sich hier in der Umsetzung verloren hat. Weiterlesen „Dunkel – Die Dokumenta 14“

Unterwegs auf Europas größtem Vulkanfeld

Auf den Georouten des Geoparks wird die feurige Vergangenheit des Vogelsbergs sichtbar und erlebbar. Und – wie die Erdgeschichte die Region, die Entwicklung des Menschen, seine Kultur und die Natur geformt hat.

Auf den Spuren der Geschichte auf dem mit 2500 km² größten zusammenhängenden Vulkangebiet Mitteleuropas, kann man nicht nur spannende Geotope der vielen bis vor

7 Millionen Jahren tätigen Einzelvulkane entdecken, sondern auch die Entwicklung und Veränderung der Gesteine, wie den sich überlagernden Basaltdecken, und den vulkanischen Förderprodukten beobachten. Von Trachyten und Phonolithen, bis hin zu den Meerbodenfundamenten aus Sandstein und Muschelkalk. Und – wo sich hier unter
subtropischen Bedingungen die Vulkangesteine in rote Tone oder Eisenerze umgewandelt haben.

Die Routen auf dem bis 773 m hochliegenden Plateaubereich, sind nicht nur erdgeschichtlich, sondern auch landschaftlich ein Genuss. Als eine der wasserreichsten Regionen in Hessen finden sich hier satte Wälder, Feuchtwiesen und Ausblicke in urige und abwechslungsreiche Mittelgebirgstäler – in den Höhenlagen mit überwältigend schönen Aussichten – sogar bis nach Frankfurt am Main.

Infos zu Routen und Geotopen über:
http://www.geopark-vogelsberg.de/

Kultur macht Schule!

Besuch an der Richtsberg-Gesamtschule in Marburg

Als wichtige Kulturschulreferenz für unseren Studiengang, sind wir eingeladen die Gesamtschule von Marburgs Problemviertel – am Richtsberg zu besuchen. Von aussen noch spürbar, suche ich den Eingang in einen wenig schönen, graffitylastigen 70er Jahre Zweckbau und ahne schon, dass hier mal das „Enfant Teribble” der Bildungsbürger im pittoresken Städchen Marburg zu finden war. Schon auf dem Weg zur Einführung nehme ich unterschiedliches wahr, das mich neugierig macht. Von der feinen Handarbeit einer polnischen Künstlerin in einer Glasvitrine, bis zur liebevoll aufgeklebten Portraitwand mit allen „Bewohnern” der Schule und einfach richtig guter lebendiger Kunst. Ein Elternwohnzimmer – mit Arbeiten der Kinder – geht es mir durch den Kopf. Mit der Einführung durch den Leiter der Schule wird mir klar, das hier nicht nur einiges anders gemacht wird, sondern das hier erstmal einiges vollständig verstanden wurde – vor allem – das wir mit dem Druck der auf unserer Gesellschaft ruht, eine Veränderung der Schule einhergehen muß.

Schon unser junges Scout-Team macht klar, das hier Integration und Inklusion längst passiert sind. Die selbstbewusste Dunkelhaarige mit Migrationshintergrund und das blonde Mädchen mit Trisomie 21 zeigen uns stolz und glaubwürdig was Sache an Ihrer Schule ist und eins ist klar: Die Mädchen sind stolz auf ihre Schule und froh, hier sein zu dürfen.

Integrität und Respekt statt Leistungsdruck

Egal wo wir hingehen spüren wir Integretät, Gruppenarbeit und vor allem auch die Anwesenheit der Kinder. Beeindruckt bin ich auch von einer Kunstarbeit die die Flüchtlingskinder nochmal stärker verortet. Hier hängen – fast ein bischen sakral, mitten im Kunst-Raum Tafeln mit deren Namen, über den – gezeichneten – Portraits an den Wänden die Fluchtwege. Staunend sehe ich hier Schülergruppen mit „Leittier”, wie dem „Chef” des Tonstudios, der hier selbstverwaltet Veranstaltungen plant, und mir 🙂 – tatsächlich – seine Visitenkarte überreicht! Viel selbstorganisierter Raum für Gestaltung, Musik und Veranstaltungen insgesamt. Überhaupt sehe ich fast nur Schülergruppen – die was miteinander machen – ein cooler Mix der Nationen.
Und was mich am aller glücklichsten macht ist: ich sehe einfach kaum Handys – eigentlich gar keine Handys. Wie haben die das gemacht ? Solche Ergebnisse sind kein Zufall, sondern ein langer Weg, dem Mut eines Schulleiters Dinge zu verändern und dem Engagement der Lehrer zu verdanken ist – die hier garantiert über eigene Grenzen hinaus Leistungen erbringen.

So haben Schüler aus Problemfamilien hier die Möglichkeit früher zu kommen und länger zu bleiben. Die Verwaltung reagiert in kleineren Gruppen wie „dem Rat der Weisen” auf anstehende Probleme, statt in Gesamtkonferenzen wichtige Anliegen zu Staub zu terminieren. Diese Exkursion hat mir Mut gemacht und gezeigt, das Lehrer und Schulen auch anders können !

Infos und Kontakt über:
http://www.richtsbergschule.de/

Gemeinschaft neu gestalten

Workshop zur Quartiersentwicklung im
Mehrgenerationenhaus Romrod

Mehrgenerationenhaus – was ist das, habe ich mich 2014 zum ersten Mal gefragt,
als ich mit der Bewerbung für das mgh Romrod betreut wurde. Inzwischen weiß
ich, dass hinter diesem Begriff ein Förderprojekt steckt, das solche Häuser mit 40.000 Euro im Jahr unterstützt. Aufgrund des Zerfalls familiärer Strukturen und vor dem Hintergrund einer immer älter werdenden Bevölkerung nehmen solche Projekte
stetig an Bedeutung zu.
Im März hatte mich das mgh Romrod also zu einem Workshop eingeladen, den Karin Nell, eine Dipl. Pädagogin aus Düsseldorf, moderierte. Die Teilnehmerzahl war hoch. Unter den Anwesenden: Vorsitzende der wichtigsten Vereine, die Geschäftsleitung einer neuen Einrichtung sowie Politiker. Offensichtlich machen sich viele Gedanken darüber, wie man Lebensqualität erhalten kann, wenn familiäre Strukturen wegbrechen und junge Menschen in die Städte abwandern.

Es ist dabei kein Zufall, dass viele Referenten von Kulturnetzwerken – so auch Nell –
aus dem Ruhrgebiet kommen. Hier stemmt man seit Jahrzehnten einen massiven Strukturwandel. Nell, die Referentin erklärte uns, auf was es ankommt, um erfolgreich Struktur zu wandeln. Aus ihrer Sicht ist die Kommune Romrod am Puls der Zeit mit einem großen Vorteil: ihr attraktiver Standort in einem attraktiven Naturraum.

Ihre Ansicht kann ich nur unterstreichen. In Romrod gibt es viele engagierte Personen, die vorausblickend denken und arbeiten. Mit Dr. Birgit Richtberg hat die Kommune beispielsweise nicht nur eine engagierte Bürgermeisterin, sondern auch eine Frau an
der Spitze, die die Herausforderungen des Strukturwandels erkennt, familiär wie ökonomisch denkt und sinnvolle Veränderungen auf den Weg bringt.
Das stellt für die Kommune einen hohen Mehrwert dar.
In Gruppenarbeit nähern sich die Teilnehmer aneinander an. Wir tauschen uns aus
und entwickeln gemeinsam Visionen. Wertvolle Erfahrungen fließen ein wie die des ehemaligen Landrats Rudolf Marx und einer 2-fachen Mutter, die bei der Stadt angestellt ist. Heraus kommen Traditionelles, aber auch neue Ideen. Mit wenigen Gestaltungshilfen regt Nell unseren Erfindungsgeist und unser Improvisationsvermögen an.

Unsere Gruppe hatte zur Darstellung und Moderation nur ein Päckchen Streichhölzer :)) Klar wird: Wenn Vereine eine hohe Abwanderung von Mitgliedern verzeichnen, muss sich etwas verändern. Sie spiegelt die Veränderungen unserer Gesellschaft wider. Da, wo zu wenig Geld ist, muss in Zukunft stärker öffentlichkeitswirksam zusammengearbeitet werden.

Unsere Projektidee? Ein „Pfädchen” , um Aktionen zu bewerben. Gemeint ist folgendes: Früher wurde zu Zeiten von Maifeuern und Hexennächten ein Pfad aus Kalkwasser
zwischen den Häusern geheimer Liebschaften gelegt. Hierzulande kennt fast jeder noch solch spektakulären(?) Pfade. Unsere Idee ist, aus dieser Tradition eine heitere und öffentlichkeitswirksame Mitmachaktion zu machen. Lust zum Mitmachen hatten nach diesem eindrucksvollen Tag mit Karin Nell übrigens alle! Dabei sollen Mehrgenerationenhäuser für zukünftige neue Wege Einsatzzentrale und Gleisdreieck zugleich sein.

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