Kulturelle Bildung macht stark

Die Auflösung von klassischen familiären Strukturen, das Betreuungsangebot an Ganztagsschulen und die Integration von Zuwanderern und der demografische Wandel fordern die Kulturpolitik neu. Es gibt inzwischen zahlreiche Förderprogramme und Entwicklungen, die versuchen, Lösungen aufzuzeigen.

Handlungsbedarf besteht allemal. Schon im Jahr 2002 machten Deutschlands Schüler
in der PISA-Studie keine gute Figur. Rund 20% der getesteten Kinder (überwiegend Jungs) erreichten damals nicht mal die unterste Kompetenzstufe im Lesen. Die OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) diagnostizierte unserem Land weltweit die höchste Bildungsungerechtigkeit. Kein Kompliment für ein Land, das bis zu diesem Zeitpunkt mit seiner Bildungskompetenz ganz vorne sah.

Seitdem beschäftigen sich – intensiver als je zuvor – Forscher und Wissenschaftler
mit dem Thema Bildung. Es liegen inzwischen eindrucksvolle Studien und Forschungsergebnisse vor. Beispiele: die Langzeitstudie, die der Musikpädagoge Günther Bastian an Berliner Problemschulen durchführte. Auch die Pädagogin und Professorin Anne Bamford (University of the Arts London) hat diesen Diskurs entscheidend vorangetrieben und legte 2006 die von der UNESCO in Auftrag gegebene Studie „The Wow Factor“ vor. Sie untersuchte die Wirkungen und Qualität kultureller Bildung.

Auch der Neurobiologe Dr. Gerald Hüther gibt in seinen Büchern und Vorträgen Einblicke in die Rolle, die kulturelle Bildung für den neuronalen Entwicklungsprozess von Kindern spielt. Er zeigt auf, wie Lernen besser gelingen kann. Vor dem Hintergrund, dass die Gabe von Ritalin an Kinder und Jugendliche seit 2010 um das 9000-fache zugenommen hat.
Prof. Dr. Anke Abraham (Philipps-Universität Marburg) beschäftigte sich mit Ihrer Arbeit intensiv mit der Leiblichkeit, die für Erfahrung und Bildung von unermesslicher Wichtigkeit ist und fragt uns zurecht: „Wieviel Körper braucht die Bildung ?”.

Die enormen Wirkungen – und die Transferwirkungen, die Verbesserung der sozialen Kompetenz, die IQ-Steigerung oder die Steigerung der Imoglobinwerte zeigen welche idealen Möglichkeiten das Feld der kulturellen Bildung im Umgang mit der Integration, der Armut und der demografischen Entwicklung bietet.
Förderprogramme wie „Kultur macht stark”, „Kulturkoffer” und das Modell KulturSchule Hessen nehmen Einfluss auf die Schulentwicklung und erarbeiten neue, interessante Erfahrungs- und Lernmöglichkeiten.

Kulturelle Bildung hat enorme Wirkungen und Transferwirkungen. Sie verbessert
die soziale Kompetenz, steigert den IQ und erhöht sogar unsere Hämoglobinwerte.
Sie bietet ideale Möglichkeiten im Umgang mit Herausforderungen der Integration,
des demografischen Wandels und der wachsenden Armut, wie auch in der Erwachsenenbildung und der Wiedereingliederung.

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